Boris Pistorius, der Verteidigungsminister Deutschlands, betonte am Mittwoch bei einem Treffen mit Pentagon-Beamten die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und die Notwendigkeit einer unabhängigen und stärkeren Militärmacht in Europa. Deutschland möchte die Verantwortung für die Verteidigung des Kontinents übernehmen, doch ein Großteil seiner Verteidigungsbedürfnisse wird weiterhin von den Vereinigten Staaten gedeckt.
Erhöhung des Verteidigungsbudgets und Abhängigkeit von den USA
Pistorius sagte bei diesem Treffen: "Deutschland stärkt seine Verteidigungsfähigkeiten und agiert als treibende Kraft in Europa." Er wies darauf hin, dass Deutschland in diesem Jahr sein Verteidigungsbudget auf 147 Milliarden Dollar erhöht hat, was im Vergleich zu 2025 eine Steigerung von 25 Prozent darstellt und sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdreifacht hat.
Trotz der Bemühungen Deutschlands und anderer europäischer Länder, die Verteidigungsindustrien zu stärken und die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten in Bereichen wie Langstreckenraketen und Satelliten zu verringern, fließt ein Großteil der neuen Verteidigungsausgaben an amerikanische Unternehmen.
Deutschlands Rolle in der NATO und Herausforderungen durch Russland
Pistorius wird am Freitag nach Fort Worth, Texas reisen, um den ersten F-35A-Kampfflugzeug von Lockheed Martin zu empfangen. Dieses Flugzeug gilt als eine der wichtigsten Waffen im Modernisierungsprogramm der Bundeswehr. Deutschland hat 35 dieser Flugzeuge bestellt, und die Ausbildung der Piloten wird im nächsten Jahr in Arkansas beginnen.
Dieses Flugzeug wird nicht nur zur Modernisierung der militärischen Fähigkeiten Deutschlands beitragen, sondern auch die Rolle des Landes in der nuklearen Teilhabe der NATO stärken und neue operationale Fähigkeiten für die Luftwaffe Deutschlands bereitstellen.
Pistorius betonte auch die großen Bedrohungen von Russland und bezeichnete sie als "die größte Bedrohung für die NATO, den Westen und unseren Lebensstil seit dem Höhepunkt des Kalten Krieges". Er verwies auch auf die Herausforderungen durch den Iran, Nordkorea und China und betonte die fortwährende Unterstützung Deutschlands für die Ukraine.
Im Gegenzug betonte Peter Hegseth, der Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten, die Erhöhung des Verteidigungsbudgets Deutschlands und bezeichnete sie als einen entscheidenden Schritt in Richtung "NATO 3.0". Dieses Konzept bedeutet, dass europäische Länder eine größere Verantwortung für die Verteidigung des Kontinents übernehmen müssen.
Dennoch entfernen sich die Ansichten Berlins und Washingtons zunehmend voneinander. Pistorius betonte die Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeiten Deutschlands zu stärken, und sagte, dass der Kauf weiterer Waffen aus den Vereinigten Staaten die Bemühungen Deutschlands zur Stärkung seiner eigenen Fähigkeiten nicht untergraben könne.




