Mark Carney, Premierminister von Kanada, ist auf einer Reise nach Europa, um eine engere Zusammenarbeit mit der Europäischen Union zu schaffen. Er erklärte vor seiner Abreise nach Europa, dass sein Ziel darin besteht, eine "einzigartige Allianz" mit dieser Institution zu bilden. Berichten zufolge plant Kanada, als "assoziiertes Mitglied" der Europäischen Union zu agieren, während es nicht auf eine Vollmitgliedschaft abzielt.
Kooperationsmöglichkeiten
Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, erklärte in ihrer Rede über den Zustand der Europäischen Union, dass sie offen für eine Erweiterung dieser Zusammenarbeit sei. Sie sagte: "Die Macht gehört nicht den Stärksten, Reichsten oder Lautesten, sondern uns allen" und verwies auf die europäischen Abgeordneten und Carney in Straßburg, Frankreich. Sie fügte hinzu, dass die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Kanada verschiedene Bereiche umfassen könnte, darunter fortschrittliche Fertigung, Technologie, Verteidigungsproduktion, Arktis, Energie und wirtschaftliche Sicherheit.
Herausforderungen und Chancen
Carney wird in seiner Rede im Europäischen Parlament am Donnerstag seine Sichtweise zu den zukünftigen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Kanada darlegen. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind wirtschaftlich stark miteinander verbunden, und diese Institution hat verschiedene Optionen, um Beziehungen zu Nicht-EU-Ländern aufzubauen. Diese Optionen reichen von Freihandelsabkommen bis hin zu Kooperationsvereinbarungen, die möglicherweise politische Elemente enthalten.
Analysten glauben, dass Carney eher darauf abzielt, eine Art von Zusammenarbeit zu schaffen, die die Zusammenarbeit im Bereich der wirtschaftlichen Sicherheit und Verteidigung vertieft. Kanada gibt 70 Prozent seines Verteidigungsbudgets für Ausrüstungen aus den Vereinigten Staaten aus, und Carney strebt an, diesen Zustand zu ändern. Außerdem wird Kanada als eine unterschätzte Verteidigungsmacht angesehen, und in Zukunft wird für dieses Land eine höhere Investition in diesem Bereich prognostiziert.
Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Seiten werden durch das umfassende Wirtschafts- und Handelsabkommen zwischen Kanada und der Europäischen Union (CETA) geregelt, das seit September 2017 vorläufig in Kraft ist. Dieses Abkommen beseitigt nahezu alle Zölle zwischen den beiden Seiten und gewährleistet auch den gegenseitigen Zugang zu den Märkten für industrielle Produkte, landwirtschaftliche Erzeugnisse und Dienstleistungen.




