Das ungarische Parlament hat die Immunität von Peter Magyar aufgehoben
Enthüllung

Das ungarische Parlament hat die Immunität von Peter Magyar aufgehoben

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Das ungarische Parlament hat am Montag die Immunität von Peter Magyar, dem Premierminister des Landes, aufgehoben. Diese Maßnahme betrifft auch zwei ehemalige Minister aus der Regierung von Viktor Orbán. Die Aufhebung der Immunität bedeutet, dass strafrechtliche Ermittlungen gegen Magyar und zwei Oppositionsabgeordnete nun beginnen können.

Historische Abstimmung im Parlament

Das Parlament hat mit 139 Ja-Stimmen und ohne Gegenstimmen die Immunität von Magyar, Balázs Hankó (ehemaliger Minister für Kultur und Innovation) und Miklós Szájer (ehemaliger Minister für nationale Entwicklung) aufgehoben. Abgeordnete der FIDESZ (der regierenden rechtsgerichteten Partei) und der Christlich-Demokratischen Volkspartei (KDNP) haben an dieser Abstimmung nicht teilgenommen. Magyar, der die Mitte-rechts-Partei Tisza im April an die Macht brachte, hatte selbst die Aufhebung seiner Immunität beantragt.

Strafrechtliche Ermittlungen gegen Magyar und ehemalige Minister

Die Ermittlungen gegen Magyar beziehen sich auf einen Vorfall im Jahr 2024, bei dem er angeblich ein Mobiltelefon von einem Mann, der ihn in einem Nachtclub in Budapest filmte, nahm und es in die Donau warf. Magyar hat diesen Fall als "Komödie" bezeichnet und behauptet, die Justizbehörden versuchten, diesen Fall mit Korruptionsvorwürfen gegen ehemalige Mitglieder der Orbán-Regierung zu verknüpfen.

Balázs Hankó, der derzeit Abgeordneter der FIDESZ ist, steht unter Ermittlungen wegen möglicher Missbrauchs öffentlicher Mittel des Nationalen Kulturfonds Ungarns. Die Behörden behaupten, dass in über 1000 Fällen öffentliche Mittel missbräuchlich verwendet wurden, was einen Schaden von 17,3 Milliarden Forint (ca. 44,5 Millionen Euro) verursacht hat. Hankó hat diese Vorwürfe zurückgewiesen.

Miklós Szájer, Abgeordneter der KDNP, der von 2014 bis 2018 als Minister für nationale Entwicklung diente, steht ebenfalls unter separaten Ermittlungen wegen möglicher Bestechung im Zusammenhang mit Verträgen des staatlichen Busunternehmens Volánbusz.

Magyar, der im vergangenen April während seines Wahlkampfes betont hatte, dass er die Ermittlungen zu Korruption und Machtmissbrauch während der 16-jährigen Präsidentschaft Orbáns vorantreiben wolle, sieht sich nun ernsthaften Herausforderungen in diesem Bereich gegenüber. Diese Entscheidung des Parlaments könnte zu erheblichen Veränderungen in der zukünftigen Politik Ungarns führen.

Quelle: dw.com