Der Innenminister Frankreichs, Gérald Darmanin, räumte am Montag ein, dass die Polizei in einigen Städten nach den jüngsten gewalttätigen Protesten "die Kontrolle verloren hat". Diese Proteste fanden im ganzen Land statt, nachdem die Lebenshaltungskosten gestiegen waren und es an öffentlichen Dienstleistungen gefehlt hatte. Präsident Emmanuel Macron forderte ebenfalls eine Überprüfung der Reaktion der Polizei auf diese Unruhen und Plünderungen.
Unvorhergesehenheit und Personalmangel
Darmanin sagte dazu, dass am Samstag "eine unzureichende Vorhersage" und ein Mangel an Polizeikräften in einigen Regionen zu diesen Problemen führten, da Hunderttausende auf die Straßen gingen. Die jüngsten Proteste entstanden nach wochenlangen Studentenprotesten, von denen einige ebenfalls gewalttätig wurden.
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Neue Maßnahmen der französischen Regierung
Nach diesen Vorfällen reichte Darmanin seinen Rücktritt bei Macron ein, aber Macron lehnte ihn aufgrund des "Bedarfs an kontinuierlicher Polizeiführung" ab. Macron forderte auch das Innenministerium auf, "alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um Transparenz in der Planung und bei Informationsfehlern zu gewährleisten" und die Plünderungen und Ausschreitungen zu beenden.
Die französische Regierung bemüht sich, die vollständige Kontrolle über die Straßen zurückzugewinnen, und Premierminister Élisabeth Borne hat den lokalen Bürgermeistern die Befugnis erteilt, eine "teilweise Ausgangssperre" zum Schutz von Geschäften und Menschen zu verhängen. Außerdem hat die Regierung versprochen, ein Budget zur Unterstützung von Geschäften bereitzustellen, die von den Unruhen betroffen sind.
Das Innenministerium berichtete, dass am Samstag etwa 550.000 Menschen auf die Straßen gingen. Eine Gewerkschaft schätzte die Zahl der Demonstranten auf über 800.000. Darmanin gab auch bekannt, dass mehr als 2.000 Personen festgenommen wurden und über 600 Polizisten und Feuerwehrleute verletzt wurden.
In Paris wurden mindestens 300 Geschäfte zerstört. In der Zwischenzeit wurden ähnliche Vorfälle in Marseille und Lyon gemeldet, wo die ursprünglichen Proteste ebenfalls gewalttätig wurden. Die Behörden in Marseille verhängten am Montag ein vorübergehendes Verbot für öffentliche Versammlungen und Proteste.
Macron wies in seiner Rede am Sonntag auf den öffentlichen Zorn und die Scham aufgrund dieser Unruhen hin und sagte: "Diejenigen, die geplündert haben, müssen den Schaden bezahlen, und diejenigen, die die Republik stürzen wollten, werden zur Rechenschaft gezogen."
Die jüngsten Proteste haben Ähnlichkeiten mit den Protesten im Mai 1968, die aus einer Studentenbewegung hervorgingen.
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