Der Entwicklungsminister Deutschlands, Riem Al-Abdi Radwan, befasste sich in seiner Rede im Bundestag mit dem Budget seines Ministeriums angesichts globaler Krisen. Er verwies auf Überschwemmungen in Nepal, Hitzewellen, Waldbrände, das Austrocknen von Flüssen und Ernteausfälle aufgrund von Dürre.
Budgetkürzung im fünften Jahr in Folge
Radwan betonte, dass "Millionen von Menschen mit Hunger konfrontiert sind" und stellte fest, dass die Klimakrise eine globale Bedrohung darstellt, der kein Land allein begegnen kann. Er begann die Diskussion über den Haushaltsentwurf der Bundesregierung für 2027 mit einer harten Bewertung, ein Budget, das im fünften Jahr in Folge gekürzt wird und von über 10 Milliarden Euro auf weniger als 9,5 Milliarden Euro sinken wird. Dies geschieht, während das Budget seines Ministeriums im Jahr 2022 fast 14 Milliarden Euro betrug, was bedeutet, dass es in den letzten fünf Jahren um etwa ein Drittel gesenkt wurde.
Bedenken hinsichtlich der Kürzung internationaler Hilfen
Hilfsorganisationen haben Bedenken hinsichtlich dieser politischen Änderung geäußert. Michael Herbst, Mitglied von VENRO, einer Organisation, die etwa 150 Entwicklungs- und Menschenrechts-NGOs vertritt, sagte: "Wiederholte Kürzungen bei der Finanzierung internationaler Zusammenarbeit verschärfen die Situation." Er äußerte seine Kritik an dem stabilen Budget für humanitäre Hilfe, das vom Auswärtigen Amt Deutschlands verwaltet wird, und fügte hinzu, dass dieses Budget im Jahr 2022 über 3 Milliarden Euro betrug, seit 2025 jedoch auf einer Milliarde Euro festgefahren ist.
Druck auf das Parlament, um den Ansatz zu ändern
Herbst drängte auch die Mitglieder des Parlaments, die Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe von Deutschlands "Schuldenbremse" auszunehmen. Jamila Schfer, Abgeordnete der Grünen, erklärte in diesem Zusammenhang, dass Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen und Entwicklungszusammenarbeit nicht nur als karitative Maßnahme, sondern auch im Interesse Deutschlands zu sehen sind. Im Gegensatz dazu argumentierte Nicolas Zipplius, Abgeordneter der Christlich Demokratischen Union, dass jedes Ministerium zur Stärkung des Bundeshaushalts beitragen sollte.
Jan Sebastian Friedrich-Rast, Präsident der Hilfsorganisation Action Against Hunger, bezeichnete diese Kürzungen als gefährlich und kurzsichtig und betonte, dass diese Entscheidung das Leben von Millionen von Menschen gefährden könnte. Er warnte auch, dass die aktuellen Einsparungen lediglich zukünftige Kosten aufschieben und letztendlich zu höheren Ausgaben führen werden.




