Das Lesen von Büchern kann erhebliche Auswirkungen auf die psychische und kognitive Gesundheit von Menschen haben. In den letzten zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Amerikaner, die zum Vergnügen lesen, kontinuierlich gesunken. Eine große Studie zeigte, dass nur 16 Prozent der Menschen aus Vergnügen lesen. Auch in Großbritannien ist der Prozentsatz der Menschen, die regelmäßig lesen, im letzten Jahrzehnt um 8 Prozent gesunken.
Positive Auswirkungen des Lesens auf Kinder
Barbara Sahakian, emeritierte Professorin für klinische Psychologie an der Universität Cambridge, sagt, dass das Lesen von einem frühen Alter an einen großen Einfluss auf Kinder hat. In einer Studie, die an etwa 10.000 Kindern in den Vereinigten Staaten durchgeführt wurde, wurde festgestellt, dass Kinder, die von klein auf aus Vergnügen lesen, im Erwachsenenalter eine bessere Anpassungsfähigkeit haben. Diese Personen schneiden kognitiv besser ab und zeigen weniger Anzeichen von psychischen Problemen. Außerdem verbringen diese Kinder weniger Zeit vor Bildschirmen und haben bessere Leistungen in der Schule.
Vorteile des Lesens für Erwachsene
Das Lesen aus Vergnügen sollte nicht nur in der Kindheit enden. Studien zeigen, dass auch Erwachsene von dieser Aktivität profitieren. In Umfragen geben Leser häufig an, dass sie sich nach dem Lesen weniger einsam fühlen und die Perspektiven anderer besser verstehen können. Sahakian sagt: „Das schafft ein größeres Gefühl von Verbundenheit und Empathie bei den Menschen.“
Darüber hinaus zeigen Gehirnforschungsergebnisse, dass das Lesen von fiktiven Geschichten, insbesondere solchen mit reichhaltigem sozialem Inhalt, bestimmte Bereiche des Gehirns aktiviert, die mit sozialer Kognition in Verbindung stehen.
Lesen hilft auch, Stress abzubauen. Sahakian sagt: „Wenn Sie in ein Buch vertieft sind, konzentrieren sich Ihr Geist und Ihre Aufmerksamkeit auf das Lesen und den Inhalt, und das hilft Ihnen, von Problemen abzuschalten und sich zu entspannen.“
Studien zeigen, dass regelmäßiges Lesen im Alter auch einem kognitiven Abbau entgegenwirken kann. In einer Studie in Taiwan, die über 14 Jahre an Personen über 64 Jahren durchgeführt wurde, hatten Personen, die einmal pro Woche ein Buch lasen, ein geringeres Risiko für kognitiven Abbau im Vergleich zu Personen, die nicht lasen.
Wenn Sie schon lange nicht mehr zum Vergnügen gelesen haben, müssen Sie nicht mit schweren Büchern beginnen. Sahakian empfiehlt, mit einer Zeitschrift oder einem Buch zu beginnen, das mit einem speziellen Interesse verbunden ist.




