Frau aus Berlin wegen Spionage für Russland angeklagt
Enthüllung

Frau aus Berlin wegen Spionage für Russland angeklagt

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Ilona W., eine 57-jährige Frau aus Berlin, wird beschuldigt, Informationen zugunsten Russlands gesammelt zu haben. Sie wird von den Bundesanwälten Deutschlands wegen der Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst einer ausländischen Macht strafrechtlich verfolgt. Ilona W., die die deutsche und ukrainische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde am 21. Januar festgenommen und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.

Nachrichtendienstliche Aktivitäten und Kontakte zu russischen Offizieren

Die Staatsanwälte haben erklärt, dass Ilona W. eine Marketingagentur in Berlin leitete und auch den Vorsitz eines Lobbyvereins innehatte, der ihr weitreichende Kontakte in militärischen und politischen Kreisen verschaffte. Sie hat seit Oktober 2023 regelmäßig mit einem russischen Vollzeit-Geheimdienstoffizier in der russischen Botschaft in Berlin kommuniziert. Laut Anklageschrift hat sie diesem Offizier kontinuierlich Informationen über wichtige Ereignisse bereitgestellt und ihm in einigen Fällen geholfen, unter einem Pseudonym Zugang zu diesen Ereignissen zu erhalten.

Ziele und Folgen der Spionage

Nach Angaben der Staatsanwälte war das Ziel dieser Zusammenarbeit, dem russischen Geheimdienstoffizier beim Aufbau eines Netzwerks für nachrichtendienstliche Zwecke zu helfen. Ilona W. wird auch beschuldigt, an Veranstaltungen teilgenommen zu haben, um nützliche Personen und potenzielle Ziele zu identifizieren. Sie hat versucht, Personen aus dem Verteidigungsministerium Deutschlands und der Rüstungsindustrie zu gewinnen und war auch auf der Suche nach Informationen über die Verteidigungspolitik Deutschlands und die Verteidigungsindustrie im Auftrag ihrer russischen Kontakte, insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine.

Die Anklageschrift gegen Ilona W. wurde letzte Woche in der Abteilung für Staatssicherheit des Oberlandesgerichts Berlin eingereicht. Nach ihrer Festnahme hat Deutschland den mit dem Fall verbundenen russischen Geheimdienstoffizier ausgewiesen, und Moskau hat als Reaktion darauf einen deutschen Diplomaten ausgewiesen.

Quelle: dw.com