Hashim Thaçi, der ehemalige Präsident von Kosovo, wurde zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt. Dieses Urteil wurde vom Kriegsverbrechertribunal in Den Haag gefällt und bezieht sich auf die Vorwürfe gegen ihn im Zusammenhang mit Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die laut Gericht während des Unabhängigkeitskriegs Kosovos von Serbien in den Jahren 1998 bis 1999 begangen wurden.
Details der Verurteilung
Thaçi, der früher einer der politischen Führer der Kosovo-Befreiungsarmee (KLA) war, wird beschuldigt, Verbrechen wie Mord, Folter und illegale Inhaftierung begangen zu haben. Die Staatsanwälte behaupten, dass die KLA während und nach dem Kosovo-Krieg über 100 politische Gegner und Personen, die als Mitarbeiter der serbischen Sicherheitskräfte galten, getötet hat.
Verteidigungsanspruch und politische Lage
Das Verteidigungsteam von Thaçi argumentierte, dass er und andere hochrangige KLA-Führer nicht für solche Taten verantwortlich gemacht werden können, da diese Gruppe keine reguläre Befehlskette hatte. Seine Anwälte betonten auch, dass es keine direkten Beweise gibt, die seine Anordnung mit irgendeinem der angeblichen Verbrechen in Verbindung bringen.
Thaçi wird in Kosovo als Nationalheld angesehen, und die KLA sowie er selbst gelten als Symbole der Unabhängigkeitsbewegung dieses Landes. Nach dem Krieg blieb Thaçi eine Schlüsselpolitiker und spielte eine wichtige Rolle bei der Erklärung der Unabhängigkeit Kosovos von Serbien im Jahr 2008.
Das Urteil des Gerichts wurde live in der Hauptstadt Kosovos, Pristina, übertragen, wo sich Tausende von Unterstützern von Thaçi und der KLA versammelten. Dies geschah nach Demonstrationen am vergangenen Wochenende, bei denen Zehntausende die Freisprechung dieser Personen forderten.
Ausländische Botschaften haben vor der Möglichkeit von Unruhen nach der Urteilsverkündung gewarnt. Albin Kurti, der Premierminister von Kosovo, sagte vor der Urteilsverkündung: "Unser Krieg war gerecht und ein Befreiungskrieg. Wir hoffen, dass die KLA-Führer in ihr Land und zu ihren Familien zurückkehren." Thaçi trat seit der Bekanntgabe seiner Anklagen im Jahr 2020 als Präsident zurück und befindet sich seitdem in Den Haag in Haft.
Das spezielle Gericht, das diesen Fall behandelt, wurde 2016 als Kosovo-Sondergericht (KSC) gegründet. Dieses Gericht wurde eingerichtet, um die angeblichen Kriegsverbrechen der KLA zu verfolgen, und obwohl es unter den Gesetzen Kosovos gegründet wurde, hat es in Kosovo wenig Popularität.
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