Mark Carney hat 10 EU-Länder aufgefordert, das Handelsabkommen mit Kanada zu ratifizieren
Europa

Mark Carney hat 10 EU-Länder aufgefordert, das Handelsabkommen mit Kanada zu ratifizieren

منبع تصویر: politico.eu

Von 2 Min. Lesezeit 33,792

Mark Carney, der Premierminister von Kanada, hat 10 EU-Länder, die das Handelsabkommen mit Kanada noch nicht ratifiziert haben, aufgefordert, dieses Abkommen zu genehmigen. Diese Bitte wurde nach dem Scheitern der Handelsgespräche mit Washington geäußert, um engere Beziehungen zu Europa zu schaffen.

Das Handelsabkommen und seine Vorteile

Carney wies in einem Interview mit einem Wirtschaftsmagazin auf die Bedeutung hin, engere Beziehungen zu Europa in einer von Unsicherheit geprägten Welt aufzubauen, und sagte, dass dieses Handelsabkommen eine "positive Initiative" sei, die sowohl Europa als auch Kanada zugutekommen wird. Er fügte hinzu, dass dieses Abkommen beiden Seiten helfen könne, "unabhängiger, widerstandsfähiger und wohlhabender" zu werden.

Chancen und Herausforderungen

Carney erklärte, dass dieses Abkommen derzeit effektiv umgesetzt wird, aber die Ratifizierung durch die verbleibenden EU-Länder tiefere Beziehungen zwischen beiden Seiten schaffen könnte. Er forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, diese Gelegenheit zu nutzen und das Abkommen zu ratifizieren.

Der Druck zur Ratifizierung des Handelsabkommens ist nur eines der Elemente der umfassenderen Bemühungen Ottawas, die Beziehungen zu Europa zu stärken. Kanadische Beamte arbeiten an weiteren Kooperationen in den Bereichen kritische Mineralien, Bildung, digitale Infrastruktur und Sicherheit im Arktisraum. Ein Treffen in Montreal ist für nächsten Monat geplant, um diese Verhandlungen voranzutreiben.

Die Geschichte des Kanada-EU-Abkommens

Das Kanada-EU-Abkommen, das 2017 vorübergehend in Kraft trat, wurde von 10 der 27 EU-Länder noch nicht ratifiziert. Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen kanadischer Agrarexporte auf europäische Landwirte wurden als Hauptgrund für diese Verzögerung genannt.

Carneys Wendung hin zu Europa erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Handelskonflikte mit Washington. Im August verhängte Donald Trump, der Präsident der Vereinigten Staaten, zusätzliche Zölle von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Waren, darunter Autos, Alkohol und Milchprodukte. Trump bezeichnete Kanada auch als einen potenziellen 51. Bundesstaat der Vereinigten Staaten und erließ einen Befehl zur Umbenennung des Ontariosees in "Amerikasee".

Carney wird am Donnerstag im Europäischen Parlament sprechen und Kanada als einen verlässlichen Partner vorstellen, während sich die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten verschlechtern.

Quelle: politico.eu