Mark Carney, Premierminister von Kanada, beginnt am Sonntag seine historische Reise nach Saint-Pierre und Miquelon. Diese Reise ist der erste Besuch eines kanadischen Premierministers in diesem kleinen französischen Überseegebiet im Nordatlantik. Carney wird während dieser Reise Emmanuel Macron, den Präsidenten von Frankreich, treffen und über verschiedene Kooperationen, einschließlich Künstlicher Intelligenz, Energie und Verteidigung, sprechen.
Eine Reise in ein abgelegenes Gebiet
Saint-Pierre und Miquelon, das nur wenige Kilometer vor der Südküste der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador liegt und weniger als 6000 Einwohner hat, ist das Ziel dieser Reise. Vor dieser Reise wird Carney an einer Rede von Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission, in Straßburg teilnehmen und anschließend nach Liverpool reisen, um Andy Burnham, den Premierminister von Großbritannien, zu treffen.
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Änderung der Außenpolitik Kanadas
Carneys Reise nach Saint-Pierre und Miquelon zeigt eine Wende in der Außenpolitik Kanadas in Richtung Europa. Diese Veränderung wird insbesondere nach dem Handelskrieg zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten spürbar, in dem beide Seiten gegenseitige Zölle auf Milliarden von Dollar an Handelswaren erhoben haben. Stéphane Lenormand, der unabhängige Vertreter Frankreichs im Parlament, hat darauf hingewiesen, dass diese Reise eine Gelegenheit sein könnte, die strategische geographische Position Frankreichs in zukünftigen Verhandlungen zu stärken.
Carney hat kürzlich geäußert, dass er eine "einzigartige Allianz" mit der Europäischen Union anstrebt, und es gibt Berichte, dass er vorgeschlagen hat, Kanada als "assoziiertes Mitglied" der Europäischen Union zu etablieren. Auch das Büro des Premierministers von Kanada hat in einer Erklärung anlässlich dieser Reise von einer "einzigartigen Partnerschaft" zwischen Frankreich und Kanada gesprochen.
Vorhandene Probleme in der Zusammenarbeit
Es gibt jedoch weiterhin Herausforderungen in dieser Partnerschaft, insbesondere im Bereich der Fischereirechte in Saint-Pierre und Miquelon. Fischer auf beiden Seiten der maritimen Grenze zwischen Frankreich und Kanada sind seit Jahren im Streit um den Zugang zu Heilbutt in den gemeinsamen Gewässern zwischen Neufundland und Saint-Pierre und Miquelon. Ein für 2024 ausgehandeltes Abkommen sieht Einschränkungen für französische Fischer vor, was die zukünftigen Verhandlungen beeinflussen könnte.
Carney und Macron hoffen während dieser Reise, durch neue Kooperationen engere Beziehungen aufzubauen und gleichzeitig bestehende Herausforderungen zu lösen. Laut Lenormand könnten die globalen Bedingungen und die jüngsten Veränderungen Frankreich die Möglichkeit geben, in zukünftigen Verhandlungen einen Vorteil zu haben.
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