Verurteilung von Hashim Thaçi, dem ehemaligen Präsidenten des Kosovo, in Den Haag
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Verurteilung von Hashim Thaçi, dem ehemaligen Präsidenten des Kosovo, in Den Haag

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Hashim Thaçi, der ehemalige Präsident des Kosovo, wurde zusammen mit drei ehemaligen Führern der Kosovo-Befreiungsarmee (KLA) vor dem Sondergericht in Den Haag wegen Kriegsverbrechen verurteilt. Diese Nachricht sorgte in der Hauptstadt des Kosovo, Pristina, für heftige Reaktionen vonseiten der Bevölkerung und der politischen Beamten.

Reaktionen auf das Urteil des Gerichts

Eine große Anzahl von Bürgern hatte sich auf dem Hauptplatz in Pristina versammelt und verfolgte die Urteilsverkündung live über große Bildschirme. Nach der Urteilsverkündung verstummte die Menge und begann dann mit Slogans für Gerechtigkeit und Unterstützung für Thaçi und andere Angeklagte zu protestieren. Einige der Demonstranten versuchten, Teile der Mauer rund um die EU-Rechtsmission im Kosovo (EULEX) zu beschädigen.

Der Außenminister des Kosovo, Glauk Konjufca, der zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung im Gericht anwesend war, sagte: "Die Verurteilung der ehemaligen KLA-Führer ist ein schreckliches Urteil für das Kosovo und unseren Befreiungskrieg." Er bezeichnete dieses Urteil als "einen großen Schlag für die Regierung und die interne Erzählung".

Politische und soziale Folgen

Der Premierminister des Kosovo, Albin Kurti, bezeichnete dieses Urteil ebenfalls als "unacceptable injustice" und fügte hinzu: "Die Verurteilung und ein solches Urteil für vier ehemalige Führer der Kosovo-Befreiungsarmee ist eine große und schädliche Strafe."

Die Demokratische Partei des Kosovo (PDK), die unmittelbar nach dem Krieg von Thaçi und einigen anderen KLA-Führern gegründet wurde, nannte dieses Urteil "ein ungerechtes und inakzeptables Urteil" und betonte, dass "der Kampf für Gerechtigkeit bis zum Ende fortgesetzt wird".

Dieses Urteil wird insbesondere als schädlich für die Familien der Angeklagten und die albanische Nation beschrieben. Der amtierende Präsident des Kosovo, Vjosa Osmani, bezeichnete diese Verurteilungen als "einen schweren Schlag für die Familien und eine zutiefst schockierende Nachricht für die Republik Kosovo".

Das Urteil des Sondergerichts im Kosovo wurde drei Jahre nach Beginn des Prozesses verkündet. Thaçi wurde zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, und andere Angeklagte erhielten ebenfalls lange Haftstrafen. Die Verteidiger erklärten, dass sie gegen dieses Urteil Berufung einlegen werden.

Die Verurteilung von Thaçi und anderen KLA-Führern erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Kosovo weiterhin mit vielen Herausforderungen in seinen Beziehungen zu Serbien konfrontiert ist. Dieses Urteil könnte tiefgreifende Auswirkungen auf den politischen und sozialen Prozess des Landes haben und bestehende Spannungen verstärken.

Quelle: dw.com