Deutschland sieht sich aufgrund des Anstiegs des Verkaufs von Elektroautos mit einem Rückgang der Energiesteuer konfrontiert
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Deutschland sieht sich aufgrund des Anstiegs des Verkaufs von Elektroautos mit einem Rückgang der Energiesteuer konfrontiert

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Deutschland sieht sich aufgrund des Anstiegs des Verkaufs von Elektroautos mit neuen finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Laut Jens Boysen-Hogrefe, Steuer- und Verkehrsexperte am Institut für Weltwirtschaft Kiel, entfernen sich die Menschen allmählich von fossilen Brennstoffen wie Benzin und Diesel.

Steigerung des Verkaufs von Elektroautos

Der Verkauf von Elektroautos in Europa ist im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent gestiegen. Norwegen ist in diesem Bereich führend, wobei Elektroautos 95 Prozent der Neuzulassungen in diesem Land ausmachen. Laut dem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) war das Wachstum des Verkaufs von Elektroautos in den asiatisch-pazifischen Ländern, mit Ausnahme von China, sogar noch höher und in einigen Regionen um bis zu 80 Prozent gestiegen. In Lateinamerika liegt dieser Wert bei etwa 75 Prozent.

Steuerliche Auswirkungen und Herausforderungen

In Berlin wird dieser Boom im Elektroverkehr jedoch nicht mit öffentlicher Zustimmung begrüßt. Das Bundesministerium der Finanzen ist besorgt über den Rückgang der Einnahmen aus der Energiesteuer, da das Laden von Elektroautos nur mit einer geringen Stromsteuer belegt wird und keine Energiesteuer für sie anfällt. Derzeit beträgt die Steuer auf einen Liter Diesel in Deutschland 47,04 Cent und auf einen Liter Benzin 65,45 Cent. Angesichts des Benzinpreises von €2,10 pro Liter entfallen mehr als die Hälfte des Preises an der Tankstelle auf Steuern, die an den Staat gehen.

Steuerexperten warnen, dass, wenn keine Änderungen im Steuersystem vorgenommen werden, der Übergang zu Elektroautos zu einem Nachteil für den Staat führen könnte. Boysen-Hogrefe prognostiziert, dass die Regierung bei Fortsetzung dieses Trends mit einem Rückgang der Einnahmen in Milliardenhöhe konfrontiert sein könnte. Die Einnahmen aus der Energiesteuer auf Diesel und Benzin sind von 37 Milliarden Euro im Jahr 2016 auf 33 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gesunken. Laut einem Bericht wird erwartet, dass diese Einnahmen bis 2050 auf 5 Milliarden Euro sinken werden.

Somit hat der Übergang zu Elektroautos erhebliche steuerliche Auswirkungen, die bisher weniger behandelt wurden. Außerdem bietet die Regierung derzeit finanzielle Anreize für den Kauf von Elektroautos, aber diese Anreize werden bis Ende 2023 fortgesetzt. Elektroautos werden bis 2035 von der Kfz-Steuer befreit sein, und Unternehmen, die in diesem Bereich investieren, profitieren von steuerlichen Vorteilen.

Experten empfehlen, dass die Regierung nicht warten sollte, bis das Steuerdefizit einen Punkt erreicht, an dem sie gezwungen ist zu handeln. Sie betonen, dass die erforderliche Zeit für diese Maßnahmen mehrere gesetzliche Perioden in Anspruch nehmen könnte.

In anderen Ländern wie Großbritannien und Norwegen wurden Maßnahmen ergriffen, um mit dieser neuen Situation umzugehen. In Großbritannien wird eine Steuer auf Elektroautos ab April 2028 eingeführt. Außerdem haben Neuseeland und Island ab 2024 die jährliche Überprüfung des Kilometerzählers von Elektroautos zur Berechnung der streckenbasierten Kosten beantragt.

In Deutschland fordern viele Experten die Einführung einer Steuer auf Personenkraftwagen, um den Rückgang der Einnahmen aus der Energiesteuer auszugleichen. Sie schlagen vor, dass eine steuerliche Regelung basierend auf der Strecke und dem Verkehr eine effiziente Option sein könnte.

Quelle: dw.com