Die Welthandelsorganisation (WTO) ist der Ansicht, dass die Nicht-Reform dieser Institution bis 2050 zu einem Rückgang der Weltwirtschaft um 10 Prozent führen könnte. Diese Warnung wird ausgesprochen, während die Organisation in einer Zeit globaler Drucksituationen im Bereich Geopolitik und Industriepolitik, insbesondere der Zölle der Vereinigten Staaten, nach Reformen strebt.
Herausforderungen für die WTO
Der Jahresbericht der WTO vergleicht drei Szenarien für die Handelszusammenarbeit: verbesserte Zusammenarbeit, geopolitische Fragmentierung und eine Welt, in der die Organisation durch ein Netzwerk bilateraler und regionaler Handelsabkommen ersetzt wird. Im Szenario der verbesserten Zusammenarbeit würde das globale BIP bis 2050 um 2,9 Prozent steigen, und die Exporte würden ebenfalls um fast 18 Prozent zunehmen. Im Gegensatz dazu würde im Szenario der Fragmentierung das BIP um 5,1 Prozent sinken und die Exporte um 19 Prozent zurückgehen.
Mehr erfahren: Handelskriege haben Auswirkungen auf den globalen Stromtransfer
Das schlimmste Szenario betrifft eine Welt, in der bilaterale und regionale Abkommen dominieren. In diesem Fall würde das globale BIP um 6,9 Prozent sinken, und die Exporte würden um 27 Prozent zurückgehen. Diese Zahlen zeigen eine Lücke von etwa 10 Prozent im globalen BIP zwischen dem Szenario der verbesserten Zusammenarbeit und den bilateralen Handelsabkommen.
Schwächen und strukturelle Herausforderungen
Dem Bericht zufolge sieht sich das derzeitige Handelssystem mit den schlimmsten Störungen der letzten 80 Jahre konfrontiert. Robert Steiger, Chefökonom der WTO, erklärte, dass diese Organisation mit einer Wirtschaft konfrontiert ist, die zunehmend anders ist als das, wofür ihre Regeln entworfen wurden. Während 72 Prozent des globalen Warenhandels weiterhin unter den Bedingungen der WTO mit den günstigsten Zöllen abgewickelt werden, lag dieser Wert vor zwei Jahren bei 80 Prozent, was den Druck auf das bestehende System zeigt.
Steiger betonte auch vier strukturelle Veränderungen, die den Druck auf das globale Handelssystem erhöhen: die sich verändernde Verteilung der wirtschaftlichen Macht, die zunehmende Rolle staatlicher Interventionen, die veränderte Natur des Handels und Geopolitik. Regierungen betrachten den Handel zunehmend aus der Perspektive der nationalen und wirtschaftlichen Sicherheit, was die Notwendigkeit von Reformen in der WTO dringlicher macht.
Abschließend weist der Bericht darauf hin, dass, während die Stimmung in Genf relativ positiv ist, die Herausforderungen für die WTO weiterhin bestehen und dringender Handlungsbedarf besteht.
Mehr erfahren: Trump fordert ein Ende der Angriffe der Ukraine auf russische Ölraffinerien · Historische Reise eines Containerschiffs von China nach Großbritannien: Ein neuer Weg durch die Arktis!




