Die Regierung des Iran beschlagnahmt das Vermögen der Bahá'í
Sonderbericht

Die Regierung des Iran beschlagnahmt das Vermögen der Bahá'í

منبع تصویر: dw.com

Von 2 Min. Lesezeit 30,125

Die Regierung des Iran hat begonnen, das Vermögen der Bahá'í-Minderheit zu beschlagnahmen, und diese religiöse Gruppe ist stark unter wirtschaftlichem Druck. Während die Vereinigten Staaten versuchen, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran zu erhöhen, sehen sich die normalen Bürger zunehmenden finanziellen Problemen gegenüber.

Unterdrückung der Bahá'í und zunehmender wirtschaftlicher Druck

Menschenrechtsgruppen haben erklärt, dass iranische Beamte zunehmend die Beschlagnahmung von Vermögen gegen religiöse Minderheiten, Opponenten und Kritiker der Regierung einsetzen. Diese Maßnahme hat neuen wirtschaftlichen Druck auf diejenigen ausgeübt, die bereits mit steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert sind.

Die Bahá'í, die im 19. Jahrhundert im Iran auftauchten, werden unter den Gesetzen der Islamischen Republik nicht anerkannt und sind im Gegensatz zu Juden, Christen und Zoroastriern nicht durch die Verfassung geschützt. Dies macht sie anfällig für Diskriminierung und langfristige Verfolgung.

Besorgniserregende Berichte und Statistiken

Die Menschenrechtsorganisation „Menschenrechtsaktivisten im Iran“ (HRANA) berichtete Ende August 2023 von „einer Welle von Festnahmen, Haus- und Geschäftsüberprüfungen sowie der Beschlagnahmung von Eigentum“ von Bahá'í-Bürgern. Auch Amnesty International hat erklärt, dass die Verfolgung der Bahá'í seit dem 12-tägigen Krieg zwischen Iran und Israel im Juni 2025 zugenommen hat.

Laut Padyneh Sabati, Sprecherin der Bahá'í-Weltgemeinschaft, führt die aktuelle wirtschaftliche Lage dazu, dass alle Menschen im Iran mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert sind, aber die Bahá'í sind stärker betroffen. Sie fügte hinzu, dass die Justiz Armut als Druckmittel verwendet und hohe Kautionen verlangt.

Zusätzlich zu den religiösen Minderheiten hat die iranische Regierung gerichtliche Anordnungen zur Identifizierung und Beschlagnahmung des Vermögens von über 400 im Ausland lebenden Personen erlassen. Diese Personen werden als „Unterstützer des Feindes“ betrachtet und umfassen im Ausland lebende Schauspieler, Sportler und Journalisten.

Angesichts der steigenden Statistiken über Beschlagnahmungen fragen sich einige Beobachter, ob diese Maßnahmen dazu dienen, die Staatskasse in Zeiten wirtschaftlichen Drucks zu füllen.

Wirtschaftsanalysten glauben, dass die finanziellen Auswirkungen dieser Beschlagnahmungen sehr gering sind und die grundlegenden wirtschaftlichen Probleme des Iran nicht lösen können. Einige von ihnen sind auch der Meinung, dass die Regierung die wirtschaftliche Belastung für die normalen Bürger erhöht.

Quelle: dw.com